Byzantinische
Musik
1. Kirchenmusik
2. Traditionelle Musik
3. Kunstmusik
1. Kirchenmusik
Der byzantinische Kirchengesang zählt
zu den höchstentwickelten Gattungen musikalischen Schaffens.
Im Dienste der Ostkirche entwickelte sie sich zu einer liturgischen
Kunst, die bis heute noch alle orthodoxen Gottesdienste musikalisch
gestaltet. Durch ihren eigentümlichen Charakter schafft
sie die Grundlage orthodoxer Spiritualität.
Ihre besonderen Merkmale sind:
- ihre rein vokale (a capella) Ausführung
(Instrumentale Musik ist in der Orthodoxen Kirche
ausgeschlossen)
- der einstimmige Gesang (keine Polyphonie)
- das Ison, ein Orgelpunktähnliches Mitsingen auf dem
Grundton (Tonika)
der Tonleiter (vermittelt den Eindruck einer Polyphonie,
ohne ihren
einstimmigen Charakter zu verändern)
- das antiphone Melos (Wechselgesang zwischen zwei Chören)
- ununterbrochene liturgische und dichterisch-musikalische
Überlieferung (Hymnodie)
Musiktheorie/Notation:
- Acht-Kirchentonarten
- Wurzeln in der antiken Musiktheorie
- Drei Genre (diatonisch, enharmonisch, chromatisch)
- Musikaufzeichnung (Neumenschrift, Parasemantike)
- Ekphonetik (eigentümliche Vortragsweise für Lesungen)
Hier
ein visuelles Beispiel für die byzantinische Notation
(Neumenschrift):
Hörbeispiele (Live-Tonaufnahme aus dem Jahre 2003):
Auferstehungshymnen gesungen vom Byzantinischen Kantorenchor
a. im 1. Ton (protos):
klicken
Sie hier (mp3 0,9 MB)
b. im 2. Ton (deyteros):
klicken
Sie hier (mp3 1 MB)
c. im 3. Ton (tritos):
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Sie hier (mp3 1,5 MB)
d. im 5. Ton (plagios tou protou):
klicken
Sie hier (mp3 1,2 MB)
2. Griechische traditionelle Musik
Hörbeispiele (Live-Tonaufnahme aus dem
Jahre 2002):
Osterlieder in bekannten (Tanz-) Rhythmen aus verschiedenen
Regionen
a. im 5. Ton: "Ta Rusália"
aus Megara in Attika
klicken Sie hier (mp3 2,8 MB)
b. im 1. Ton: "Simera Christos anésti" aus
Pelopones (syrtós kalamatianós)
klicken Sie hier (mp3 1,5 MB)
c. im 1. Ton: "Simera Christos anésti" aus
Zentralgriechenland (tsámikos):
klicken Sie hier (mp3 4,2 MB)
3. Kunstmusik
Die weltliche byzantinische Musik diente
einst dem Hörgenuss des Adels bei Festen, Symposien oder
im Theater. Zur besonderen Blüte gelangte sie am kaiserlichen
Hofe zu Konstantinopel bei festlichen Zeremonien. Chroniken
jener Zeit berichten von instrumental begleitetem Gesang.
Noch heute wird jene Musizier- und Gesangsweise im östlichen
Mittelmeerraum gepflegt. Aber auch
im Westen sind die Einflüsse jener Zeit noch heute sichtbar:
So war beispielsweise das damalige
Organon (die antike Hydraulis) der Vorläufer der heutigen
Orgel, eine Errungenschaft byzantinischer Kunst.
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